Flussgöttin Singold muss verarztet werden

 

An der Bronzekopie am 400 Jahre alten Augustusbrunnen treten Schäden auf.
Auch Götter sind nicht vor Rückenproblemen gefeit, in diesem Fall ist es die Flussgöttin Singold.

Sie wurde vor 400 Jahren für das Becken des Augustusbrunnen am Rathausplatz angefertigt.
Sie wurde durch eine originaltreue Kopie ersetzt, um sie vor Schäden zu bewahren.
Der Nachguss ist jedoch nicht so haltbar wie das Original und ist rund 200 Jahre alt.

Die Bronzekopie wurde mit einem Kran vom Brunnen gehoben,
um den Riss auf dem Rücken reparieren zu können.
Der Brunnen wird über die Winterzeit abgedeckt und so wurden auch die anderen
Figuren gleich mit in das Winterquartier gebracht. Auch die anderen originalen
Figuren werden jetzt abgegossen und im Frühjahr durch diese Kopien ersetzt.

Für diese Aktion wurde eigens die Augsburger Feuerwehr eingesetzt.
Flussgöttin Singold hat einen Riss im Rücken, dort wo bei de Menschen das Rückgrat sitzt. Der Schaden ist durch einen kleinen Gussfehler entstanden.

Im Winterquartier wird dazu die Patina überarbeitet, denn sie sehen ein wenig anders aus, als bei den übrigen Flussgöttern des Prachtbrunnens.
Diese Kopie kommt von einer anderen Giesserei.

Die Restauratorin möchte ein einheitliches Bild der Göttergruppe,
schliesslich ist der Augustusbrunnen ein Kunstwerk von internationalem Rang aus dem 16. Jahrhundert und ist mit den anderen Prachtbrunnen eine wichtige Sehenswürdigkeit.

Eine passende Patina herzustellen, ist nicht ganz einfach, die Farbe kann sich durch Wind und Wetter verändern.

Warum sind Kopien überhaupt nötig? Dies hat mit Vandalismus zu tun,
welcher auch nicht vor diesen Göttern haltmacht. Auch die Augsburger Prachtbrunnen,
deren originale Kunstwerke viele Millionen Euro wert sind, sind davor nicht sicher.

Spätestens nach der WM 2014 wurde den Ratsherren bewusst,
wie riskant es ist, die Bronzefiguren nicht zu schützen.

Ein Figur des Herkules ist damals beschädigt worden.
Ein Arm riss ab, der später bei der städtischen Kunstsammlung abgegeben wurde.

Bei den Untersuchungen an weiteren Brunnen wurden auch dort Schäden entdeckt.
Am Augustusbrunnen war ein Schwanzflosse eines Fisches abgerissen und ein Putte verschoben.
Am Merkurbrunnen war der Wasserausfluss einer weiblichen Maske verbogen.

„Es geht darum, dieses wertvolle Kulturgut vor Vandalismus zu schützen“ .
Auch jetzt gibt es immer wieder Leute, die auf dem Brunnen herum klettern.

Nachgüsse anzufertigen ist teuer. 585 000 Euro kostet es,
die Originale am Augustusbrunnen zu ersetzen.
In diesem Winter sollen nun noch Kopien von weiteren Originalen angefertigt werden.
Darunter sind auch das Augsburger Stadtwappen auf dem Brunnen.
Aber auch die kleinen Steinbock Köpfe und die grossen geflügelten Hermen auf der Brunnensäule.

Diese wurden jetzt in die Werkstätten des Landesamtes für Denkmalpflege nach München gebracht.
Dort werden die Originale von einer Spezialfirma abgeformt und dann in einer Giesserei in
Baden.-Württemberg nach gegossen

Diese aktuelle Aktion soll die letzte dieser Art am Augustusbrunnen sein und damit sind
dann Originale durch Kopien ersetzt.

Doch was passiert mit den wertvollen Originalen ?
Augustus mit seinem Flussgöttern sollen ab 2018 wieder vereint werden,
im überdachten Innenhof des Maximilianmuseums zu sehen sein.

Sie sollen ein Hingucker bei der Ausstellung „Wasser – Kunst Augsburg werden.
Diese Ausstellung findet im nächsten Sommer im Rahmen der Bewerbung zum Unesko Welterbe statt.

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