Der Steinerne Mann

eine ursprünglich aus verschiedenen Fundstücken
zusammengesetzte
Sandsteinfigur,
die auf einem mehr als einen Meter hohen
Rotmarmor-Sockel in einer Turmnische
der östlichen Stadtbefestigung in der Nähe
der Schwedenstiege bzw. Galluskirche aufgestellt ist
und eine bekannte Augsburger Sage Verkörpert

In einem Beitrag zur Nummer 54 der Zeitschrift des historischen Vereins
für Schwaben aus dem Jahr 1941 führt Eduard Lampart den Nachweis,
dass die Figur aus mehreren Teilen zusammengesetzt wurde,
die ursprünglich nicht zusammen gehörten.

 

 

Er meinte damals nachweisen zu können, dass es sich um Funde bei verschiedenen Erdarbeiten
in der Stadt handelte, die über viele Generationen an die Hausecke Pulvergässchen / Unterer Graben
verbracht wurden, weil in dem Eckhaus bis 1810 der städtische Bauwart seinen Sitz hatte.
Zwischen Anfang und Mitte des 18. Jahrhunderts soll einer der Bauwarte die Figur
des Steinernen Manns vor seinem Haus errichtet haben.

Anmerkung: die zusammengesetzten Stücke sind im unteren Bereich Schlangenmotive.
Diese gehen wahrscheinlich auf die Stadtgöttin „Augusta“ zurück

Die Figur des Steinernen Mannes ist überlebensgroß und stellt wahrscheinlich den einarmigen
Bäcker Konrad Hacker dar, der einen Laib Brot und einen Schild trägt.
An seinen Füßen befindet sich ein schneckenförmig gedrehtes Postament.
Der dargestellte Mann mittleren Alters ist kräftig gebaut, trägt eine Kappe schief
auf dem Kopf und blickt von der Stadtmauer hinunter auf die Lech -ebene.
Die Figur liegt ein wenig versteckt abseits der Touristenwege in Augsburg.

Der Volksmund nennt diese Figur “Dr Schtoinerne Ma” (“Der steinerne Mann”).

Auch wenn man nicht genau weiß, wie es zur Aufstellung des Steinernen Manns kam:
Gerne steuern Spaziergänger die Figur an der Stadtmauer in der Mauernische des
so genannten Dohlenturms? an, denn sie soll Glück bringen,
wenn man die Nase der Steinfigur berührt – was besonders bei Liebespaaren beliebt ist.

Wie „d’Stoinerne Ma“ Augsburg rettete

Der Dreißigjährige Krieg hinterließ neben dem Schrecken auch eine Sage,
an die man sich in Augsburg gerne erinnert.
Die Geschichte vom „Stoinernen Ma“ erzählt von einem Streich,
der die Bewohner aus großer Not rettete.

Zwischen 1618 und 1648 tobte in Europa, vor allem in Deutschland, der Dreißigjährige Krieg.
Er entstand durch den religiösen Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken.
Außerdem kämpfte man um die Vorherrschaft in Europa.

Vor dem Dreißigjährigen Krieg teilten sich Katholiken und Protestanten die Herrschaft in Augsburg.
Im Jahre 1629 versuchten die Katholiken mehr politische Macht zu erlangen.
1632 eroberten jedoch die protestantischen Schweden die Stadt und besetzten sie.
Daraufhin belagerten die kaiserlich-katholischen Truppen die Stadt.
So verhinderten sie, dass Lebensmittel in die Stadt kommen konnten.
Die Menschen in Augsburg litten an großem Hunger.

Aus dieser Zeit stammt die bekannte Augsburger Sage „D’ Stoinerne Ma“ (der Steinerne Mann).
In der Sage heißt es, dass der Bäcker Konrad Hacker, die Stadt vor dem Hunger rettete.
Weil es in der Stadt nicht genügend Lebensmittel gab, kam Konrad Hacker auf die Idee,
die Truppen zu täuschen: Er begann, Brote aus Sägemehl zu backen.

Mit den „falschen“ Broten unter dem Arm ging er zur Stadtmauer,
hinter der die kaiserlichen Truppen waren. Er kletterte auf die Mauer und schoss mit
seiner Pistole in die Luft, damit man ihn bemerkte.
Dann nahm er die Brote und schmiss sie vor den Augen
der kaiserlichen Truppen von der Stadtmauer in den Stadtgraben.

Das überraschte die kaiserlichen Truppen. Sie glaubten jetzt,
dass die Menschen in Augsburg doch nicht an Hunger litten.
Auf Konrad Hacker wurden sie so wütend, dass sie auf ihn schossen.
Eine Kugel zerfetzte den Arm des Bäckers, und er starb am gleichen Tag durch seine Verletzung.
Doch der Sage nach war seine Tat erfolgreich:
Die kaiserlichen Truppen glaubten nicht mehr an einen Sieg und zogen sich von der Stadt zurück.

 Die Sage wurde erst in der Mitte des 18. Jahrhunderts bekannt, und man weiß nicht,
ob etwas an der Geschichte wahr ist.
Es ist zwar bewiesen, dass es eine große Hungersnot in Augsburg während des Krieges gab.
Doch den Schweden hat die angebliche List des Bäckers nicht geholfen.
Nach mehreren schweren Niederlagen mussten sie die Stadt im März 1635
an die kaiserlichen Truppen übergeben.
Man weiß auch nicht, ob der Bäcker Konrad Hacker existiert hat.
Aber noch heute kann man eine steinerne Statue an der Stadtmauer in Augsburg besuchen,
die an die Sage erinnert. Die Statue zeigt eine einarmige Figur mit einem Brot in der linken Hand.

 

Ein Bäcker Hacker ist für die fragliche Zeit nachweisbar;
im Steuerbuch von 1635 findet sich seine Witwe Felizitas.
Typische Wandersage (erste Hinweise erst seit 1828)
im Stil der ‘Weiber von Weinsberg’,
die mit einer historisch belegbaren Person verbunden wurde

Wasser – Kunst Augsburg

Ausburg bewirbt sich mit dem Thema „ Wasserkunst“
unter dem „Wassermanagement System“
bei der UNESCO um den  Titel einer Welterbestadt.

Die über Jahrhunderte gewachsene Wasserversorgung
und ihre künstlerische Ausgestaltung ist der Anlaß.
Bei der geografische Lage der Stadt ist Wasser die Grundlage
als jahrhunderte lange Nutzung die Voraussetzung

 

Dazu gibt es eine Ausstellung im Maximilian-Museum vom 15. Juni – 30. September 2018.
In der Ausstellung findet man Leihgaben  über das Thema Wasserkunst.

Die 400 hundert Jahre alten Wassergötter vom Augustusbrunnen
der Augsburger Flüsse stehen im Mittelpunkt der Ausstellung

Seit dem Mittelalter ist die trickreiche Augsburger Wasserkunst berühmt und sind in der Ausstellung zu sehen,
mit historischen Modellen. Dieses System, indem man Wasser mit Wasser hebt,
wird anschaulich dargestellt. Zur Ergänzung gibt es digitale Simulation mit dreidimensionalen Projektionen.
Dazu kommen Geräusche und Düfte für alle Sinne.

In einem weiteren Teil enthält die Ausstellung die unerwartete Seite des Wassers.
In allen Zeiten der Stadtgeschichte prägte das Wassersystem alle Bereiche des städtischen Lebens.

Die Kunsthandwerker spüren mit silbernen Taufkannen, Zunftpokalen und
Willkommensbechern und Parfümfläschchen  dem Element Wasser nach.

Auch einfache Dinge wie Feuerlöschspritzen und Nachtgeschirr sind mit dem Wasser verbunden.
Die ganze Schau wird vermittelt durch Audioguides, Digitalstationen und Themenführungen,
sowie durch Vorträge und Veranstaltungsprogramme.